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HALL OF FAME!
Hier gehören sie hin, meine Helden und Lebensretter!
Man liest oder hört es oft, sagt es nicht selten selbst: “Mir passiert sowas nicht! Ich passe immer auf, das trifft immer Andere!”
So dachte ich bis letzte Nacht (20. auf 21. Mai 2008) auch.
Mit einem Teller Schnitzel und Pommes Frites bewaffnet ging ich gegen 22:30 nach einem arbeitsreichen Tag in mein Schlafzimmer, setzte mich in mein Bett, ass und las dabei noch ein paar Seiten meines spannenden Krimis. Neben meinem Bett, ringsherum verteilt in ihren Körbchen und Kudden lagen meine Helden.
Meine Hunde!!!
Die Dalmatiner: Naomi, Sugar, Harley, Condorito, Isaiah, Cleo und Judy, als Urlaubshund war auch noch Judy’s Schwester Buffy dabei. Die Schäferhunde: Achtung, Angie und Bonsai. Und zu guter Letzt in meinem Bett, mein aller erster Hund, der Jack-Russel-Terrier Rusty.
Sie alle wissen genau wann Schlafenszeit ist und begeben sich auch sogleich auf ihre Plätzchen und kringeln sich ein, kuscheln sich aneinander und schmusen noch eine Runde, bevor sie dann einschlafen.
Eigentlich war alles wie immer. - EIGENTLICH -
Gegen 23.00 löschte ich das Licht und legte mich schlafen. Um 23.30 allerdings wurde ich vom wuffen der Hunde, dem abnormen Verhalten, ich wurde regelrecht aus dem Bett gezerrt und geschmissen, denn die Helden auf 4 Pfoten standen neben mir, zogen mich von hinten aus dem Bett heraus, unsanft aus dem erst kurzen Schlaf gerissen.
Ich wusste nicht wie mir geschah und dachte nur, was ist denn hier los? Es roch nach frisch Erbrochenem und ich dachte mir: “Na klasse, dann kann ich jetzt aufstehen und es weg wischen”. Jedoch kam mir das Verhalten schon sehr seltsam vor. So hatten sich meine Helden noch nie verhalten.
Als ich dann die Schlafzimmertür öffnete stand ich vor einer beissend, stinkenden, weißen Nebelwand. - FEUER - ???? Aber dann wäre er doch schwarz-grau und nicht weiß! So dachte ich im noch schlaftrunkenem Kopf. Egal! Wir mussten hier raus. Ich packte mir die erstbeste Hose und einen Pullover, schloss nochmal die Schlafzimmertür und versuchte die Haustür zu erreichen. Ich kam dort auch an. Der Qualm kam aus der Küche oder dem Bad. Der Fluchtweg war also frei.
Ich ging zurück, schon hustend und röchelnd, öffnete die Schlafzimmertür und wir sind gemeinsam dann in den Keller (der ebenerdig zur Straße liegt, in die Garage. Dort hab ich meine Helden ins Auto gesetzt, das Auto aus dem Haus gefahren und einer meiner lieben, aufmerksamen Nachbarn hat schon glücklicherweise die Feuerwehr verständigt.
Aus allen Löchern, Fenstern, Türen stob der ätzend, beissende Qualm.
Keine 5 Minuten später (schön das die Feuerwehr auch nur grade um die Ecke ist) kam das Großaufgebot unserer ansässigen Feuerwehr. Mit Atemschutzmasken, Licht und dem mit Wasser gefüllten Schlauch gingen sie in mein Haus. Ich erklärte ihnen noch wo ich das Feuer (wenn es eines war) vermutete und lotste sie dorthin.
Ich hustete ohne Ende so beissend war der Qualm den ich in der kurzen Zeit abbekommen hatte. Nachdem ich mich immer wieder versicherte das es meinen Helden gut ging setzte ich mich draußen erstmal hin. Ich wurde gefragt was denn passiert sei, Polizei und Notarzt waren da, der Einsatzleiter der Feuerwehr, an dieser Stelle meinen allerherzlichsten Dank an alle Helfer in meiner Not, Feuerwehr, Polizei, Sani und meine Nachbarn, fragte häufig nach ob alles in Ordnung sei. Erklärte mir das seine Männer das Feuer unter Kontrolle hatten und ich mir keine Sorgen machen bräuchte. Sie hätten kein Wasser benötigt und in kurzer Zeit wäre alles wieder vorbei.
Ich werde mich in den nächsten Tagen dort auch persönlich nochmal bedanken gehen. Das haben die Männer und Frauen sich dort einfach verdient.
Gegen 00:10 war der Spuk vorbei, das Feuer gelöscht und das Haus wieder Qualmfrei. Allerdings stinkt es seither bestialisch und das wird wohl auch noch einige Zeit andauern.
Was war es gewesen????? Das hab ich den Einsatzleiter auch gefragt. Ich dachte es wäre der Trockner oder die Waschmaschine die Feuer gefangen hat, weil ich über Nacht immer wasche und trockne.
NEIN! Es war ein Topf mit Fett drin. Da wo ich eine Stunde zuvor meine Pommes drin fritiert hatte. Ich hatte wohl vergessen den Herd abzuschalten, obwohl ich noch immer fest der Meinung bin das ich das trotzdem getan habe.
Um 00:22 lag ich wieder in den Federn, den Geruch nicht aus der Nase bekommend versuchte ich den Rest der Nacht bis zum heutigen morgen zu schlafen damit ich nicht völlig übermüdet zur Arbeit erscheine.
Heute tun mir alle Knochen weh, ich muss noch immer ständig husten von diesem erbärmlichen Qualm. Meinen Helden geht es allen Bestens und ich verdanke ihnen tatsächlich mein Leben. Hätten sie mich nicht so rauh aus dem Bett geschmissen und damit aufgeweckt, wir wären alle erstickt.
Ich ziehe meinen Hut vor diesem Rudel!
Aus diesem Grund, so bin ich der Meinung haben sie sich allesamt die Medal of Honor verdient und ich hab sie ihnen, wenn auch nur graphisch, verliehen.
Ich bin mehr als stolz auf meine Helden und weiß nun mehr als zuvor was ich an ihnen habe.
27.05.2008 - Jetzt, eine Woche später, haben wir uns alle von dem Schrecken erholt. Sugar die interessanterweise offenbar genau wusste woher die Gefahr drohte und sich noch Tage danach der Küche nur missmutig und misstrauisch näherte (obwohl sie eigentlich nicht wissen konnte das das Feuer von dort kam, man sah ja nichts und es waren lediglich 1-2 Sekunden wo sie daran vorbei gehen musste) verhält sich jetzt auch wieder normal und geht wieder in die Küche wie vorher.
Meine Lungen sind wieder frei und das Haus mieft jetzt nur noch in Flur und Küche. Auch das wird noch vergehen und so bin ich mir sicher das wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind.
Allen die uns angeschrieben haben danke ich von Herzen und hoffe das niemand so etwas erleben muss.
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